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30 Jahre Schädlingsbekämpfung

SCHABEN
Amerikanische Schabe (periplaneta americana)
Allgemein
Diese Schabenart ist mit 26-40 mm Körperlänge die größte der in Mitteleuropa "eingemeindeten" Schabenarten. Sie ist rotbraun gefärbt und besitzt einen Halsschild mit rostgelben Binden. Beide Geschlechter sind voll beflügelt und können zumindest etwas segeln. Im Vergleich zu den in Europa verbreiteten Schabenarten kommt sie am seltensten vor, da sie sehr hohe Ansprüche an Temperatur und Feuchtigkeit stellt. In den Tropen und Subtropen sind sie dagegen sehr häufig verbreitet.

Lebensweise, Biologie
Man findet die Amerikanische Schabe mehr in gewerblichen Betrieben mit den entsprechenden Bedingungen also in zoologischen Gärten Gewächshäusern usw.. Sie ist ein regelmäßiger Gast auf Überseeschiffen, wo sie mit dem Ladegut in die Städte des europäischen Binnenlandes eingeschleppt werden.

Das Weibchen legt überwiegend jeweils 16 Eier in eine Oothek. Jede dieser Ootheken ( ca. 90 während der gesamten Lebensdauer von bis 1.5 Jahren ) wird sorgsam in einer Kammer verborgen, die mit den Beißwerkzeugen gescharrt wird. Diese Kammer wird dann mit Erde oder anderem Material zugedeckt ( ganz im Gegensatz zur Deutschen Schabe, welche die Oothek bis zum Schlüpfen mit sich führt ).

Die jungen Larven verlassen die Oothek nach 38-49 Tagen ( je nach Temperaturbedingungen ) gemeinsam, weil sie die Hülle nur mit vereinten Kräften einen Spalt weit öffnen können.

Sie sind nach dem Schlüpfen noch weißlich gefärbt, dunkeln aber im Laufe der Zeit nach. Die weiter herangewachsenen Larven sind dem adulten Tier schon ähnlich, nur die helle Zeichnung auf dem Brustschild ist noch undeutlich.

Während der Entwicklungsphase häuten sich die Larven ca. 7-13 mal. Diese Entwicklungsphase hängt überwiegend von der Temperatur und den übrigen Lebensbedingungen ab. In den Wintermonaten geht die Entwicklung langsamer voran.

Schaden
Die Amerikanische Schabe wird in manchen Fällen zu einem hygienischen Problem, besonders an Orten, an denen Nahrung zubereitet oder gelagert wird. Gelegentlich tritt sie zusammen mit der Deutschen Schabe auf.

Da sie Allesfresser sind, befallen sie nachts jegliches organisches Material, das mit ihren kauend-beißenden Mundwerkzeugen zerkleinert wird. Durch Einschleppen von Keimen und durch den Verbleib der z.T. süßlichen Duftstoffe werden Lebensmittel auch nach dem Abzug der Schaben unbrauchbar.



Deutsche Schabe (blattella germanica)
AussehenDie Deutsche Schabe hat eine Färbung von rotbraun bis rotgelb, der Vorderbrustrücken ist mit einer dunklen rotbraunen trapezförmigen Scheibe versehen, die von einem hellen durchscheinenden Seitenrand umgeben wird. Die Vorderflügel überragen nur beim Männchen den Hinterleib, beim Weibchen nicht oder kaum. Außerdem sind die Weibchen in der Regel intensiver gefärbt als die Männchen.

Allgemein
Die Deutsche Schabe, welche 11 - 13 mm lang sein kann, lebt heutzutage in geringerem Umfang in Wohnungen von Menschen als früher. Sie tritt in Restaurants, Krankenhäusern und auch auf Schiffen nicht nur regelmäßig auf, sondern auch vielfach in großen Massen. Dieser uralte Begleiter des Menschen wurde in verschiedenen Verkehrsmitteln mit allen möglichen Frachten verbreitet. Die Deutsche Schabe hat nicht die Fähigkeit zu fliegen. Sie ist aber ein schneller und ausdauernder Läufer. Auch ist es ihr möglich über glatte und senkrechte Flächen zu gelangen.

Die Deutsche Schabe ist nachtaktiv; wird sie aber auch tagsüber in größerer Anzahl entdeckt, so ist das ein Zeichen für ihre Übervermehrung.

Lebensweise

Diese Spezies kann sich besser fortpflanzen, als die anderen Schabenarten. Das Weibchen legt ca. 46 Eier in eine Kapsel, die sogenannte Oothek, die am Hinterleibsende aus Absonderungen spezieller Drüsen entsteht. Die Oothek wird am Hinterleib ständig mitgetragen und erst ein paar Minuten / Stunden vor dem Schlüpfen der Nymphen aus den Eiern abgelegt. Die Nymphen, welche zunächst weiß sind und später nachdunkeln, sprengen diese Oothek in der Längsnaht auf und kommen durch einen Spalt ins Freie.

Ein Weibchen paart sich im Laufe des Lebens mehrmals, es werden meist vier Ootheken zustandegebracht. Die Entwicklungsdauer hängt hauptsächlich von der Temperatur und erst in zweiter Linie von anderen Bedingungen ab. Bei ca. 30° C entwickelt sich die Imago aus dem Ei innerhalb von 50 - 60 Tagen.

Deutsche Schaben sind Schädlinge, die nicht nur Nahrungsmittel und Saatgut befallen, sondern auch Holzgegenstände, Verpackungsmaterialien, Bucheinbände, Textilien und sogar Rohre und Kabel. Sie sind auch Überträger von Krankheiten, da sie auch Abfälle und anderen Schmutz aufsuchen, welche Keime enthalten.



Orientalische Schabe (blatta orientalis)

Aussehen Die Orientalische Schabe zeichnet sich durch einen breiten schwarzbraunen Körper aus, welche in der Regel 19-25 mm lang werden. Das Weibchen hat verkümmerte Flügel. Die Flügel des Männchens sind zwar ausgebildet, jedoch kurz und bedecken den Hinterleib nicht ganz.

Vorkommen, Lebensweise

Diese Art stammt wahrscheinlich von der Krim, wo sie in freier Natur lebt, heute kommt sie überall auf der Welt vor. Verschiedenen Ansichten zufolge hat sie sich schon in prähistorischer Zeit über Europa ausgebreitet.
Die Oothek ( Eikapsel ) enthält fast immer 16 Eier. Das Weibchen trägt sie gewöhnlich nicht bis zur Eiablage, sondern legt sie an einer versteckten, warmen Stelle ab. Dort bleibt die Oothek etwa 2 Monate liegen, ehe die jungen Larven schlüpfen. Nach weiteren 6-8 Monaten erreichen diese das Erwachsenenstadium. Eine ältere Larve ähnelt einem erwachsenen Weibchen. Niedrige Temperaturen verlängern die Entwicklungsdauer ganz bedeutend. Im Laufe ihres Lebens produzieren die Weibchen bis zu 18 Ootheken.
Die Orientalische Schabe ist ein wärmeliebender Allesfresser, welcher tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsrohren und Lüftungsschächten etc. lebt und in den Abend- und Nachtstunden auf Futtersuche geht.
Sie ist ziemlich schwerfällig, hat eine relativ geringe Fortpflanzungsfähigkeit und ist gegenüber Insektiziden recht empfindlich. Gegenüber früheren Zeiten, als die Orientalische Schabe noch ein regelmäßiger Bewohner von Stadthäusern und anderen Objekten war, ist diese Art heutzutage wesentlich geringer anzutreffen. Selbst unter günstigen Umständen tritt sie nur selten in großen Mengen auf.
Die Nahrung der Orientalische Schabe ist ähnlich wie die der Deutschen Schabe, es überwiegen bei ihr aber die stärkehaltigeren Bestandteile.

Schaden

Bedingt durch die Tatsache, dass Schaben Allesfresser sind, sind die von ihnen angerichteten Schäden immens. Vorräte jeder Art, Papier, Textilien und andere Materialien werden von ihnen angefressen. Auch wenn sie die befallenen Räumlichkeiten wieder verlassen sollten, so ist durch ihren penetranten Geruch das befallene Produkt unbrauchbar geworden.